Akhmatovas »Rosenkranz« auf Bulgarisch, im konstruktivistischen Umschlag von S. Peichev, 1923

Anna AKHMATOVA: БРОЕНИЦИ (Broenici). [Der Rosenkranz]. Mit einer Umschlagillustration nach Linolschnitt von S. PEICHEV. Sofia: 1923.

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Anna AKHMATOVA; S. PEICHEV (Illustr.): БРОЕНИЦИ (Broenici). [Der Rosenkranz]. Mit einer Umschlagillustration nach Linolschnitt von S. Peichev. Aus dem Russischen übersetzt von Stefan Karaivanov. (= Miniaturska Biblioteka „Kibela“, 1). Sofia: (Druckerei »Zlatna Bukva«) 1923.

16°. (10,5:8,3 cm). Seiten [1-2], 3-30, [2 (Inhalt, Reihenverz.] Linolschnitt und Buchdruck auf glattem Maschinenpapier, mit Faden gebunden im originalen Verlagsumschlag mit schwarz illustriertem Umschlagtitel.

Erste bulgarische Ausgabe von Anna Akhmatovas zweitem, im Jahr 1914 erschienenen Gedichtband, mit einem markanten konstruktivistischen Linolschnitt von S. Peichev.

Inhalt, Ausgabe: Das Bändchen enthält 20 Gedichte der ikonischen russischen modernen Dichterin, darunter auch eines für „Aleksandr Blok“, dem bedeutenden Symbolisten und engen Dichterfreund Akhmatovas. Vorliegene bulgarische Übersetzung erschien in einer Phase großen Interesses  für russische progressive Kunst und Literatur seitens der bis zum niedergeschlagenen Septemberaufstand im Jahr 1925 auch publizistisch sehr umtriebigen bulgarischen Linken. Insbesondere die Schriftsteller und Künstler der bulgarischen Moderne unter Federführung Geo Milevs übersetzten (literarische) Texte (z.B. Gastevs „Hymnen an die Arbeit“) oder illustrierten Bücher und Zeitschriften inspiriert vom Stil russischer avantgardistischer Künstler (v.a. den Konstruktivismus von Lissitzky und Rodchenko). Es kam auch zur Gründung von auf Vermittlung von Rossica spezialisierten Verlagen, wie das »Russisch-Bulgarische Verlagshaus« des nach Sofia emigrierten russischen Musikschriftstellers und Verlegers Pyotr Suvchinsky, der u.a. eben Aleksandr Bloks Revolutionspoem „Die Zwölf“ herausgab. Und schließlich ist auch die Buchreihe »Kibela« (Zimbeln) ein Beleg für diesen Trend, in der vorliegendes Bändchen als Bd. 1 erschien. In den Verlagsanzeigen auf der letzten Seiten werden außerdem Ausgaben von Gedichten Yesenins (Bd. 2) und wieder Bloks (Bd. 3) angekündigt.

Illustration: Die Umschlagillustration nach einem gefällig komponierten Linolschnitt des für den Verfasser dieser Aufnahme nicht weiter biografierbaren Künstlers S. Peichev zeigt wohl ein stilisiertes Porträt der liegenden Akhmatova als Frauenakt mit baumelnden Rosenkranz, eingefasst von akzentuierender geometrischer Ornamentik und Titeltypografie.

Erhaltung: Hinterseite des Umschlags schmutzfleckig, die Lagen großteils gelöst, einige Seiten des unregelmäßig beschnittenen Buchblocks mit kleinen Randeinrissen, insgesamt kompaktes Exemplar.

Seltenheit: Vorliegende Ausgabe ist von großer Seltenheit, über OCLC/WorldCat lässt sich weltweit nur ein einziges weiteres Exemplar nachweisen, in der Bulgarischen Nationalbibliothek in Sofia.

Literatur: Jacono 3 (Bloks „Die Zwölf“); Jacono 28 (Gastevs „Hymnen an die Arbeit“).

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