Äußerst seltenes, reich illustriertes Handbuch für Landvermesser, 1788

SCHIRMER und SCHLICHT: ANLEITUNG ZUR FELDMEßKUNST. Mit gestoch. Titelvignette und 9 (von 10) Kupfertafeln. Berlin: 1788.

Out of stock

SCHIRMER und SCHLICHT: ANLEITUNG ZUR FELDMEßKUNST. Mit einer in Kupfer gestochenen Titelvignette, zahlreichen Figuren auf 9 (von 10) in Kupfer gestochenen, mehrfach gefalteten Tafeln und 14, wovon 13 doppelseitigen Tabellen. Berlin: O. Vlg. u. Dr., 1788. 8°. [4 Bll. (gestoch. Tit., gedr. Widm. a. Friedrich Wilhelm v. Preußen)], XXIV, 208 S.; 9 mehrf. gefalt. Kupfertaf. Kupferstich und Buchdruck, in zeitgenössischer Kartonage mit Steinmarmorpapier in Brauntönen.

Erste und einzige Ausgabe dieses gründlichen, praxisorientierten Handbuchs für Landvermesser.

Verfasser, Inhalt: Als Verfasser zeichnen am Ende der Vorrede zwei preussische Artilleristen, ein gewisser „Oberfeuerwerker Schirmer“ sowie ein „Feuerwerker Schlicht“, beide „vom reitenden Feld-Artillerie-Corps“. In der Allgemeinen Deutschen Biographie findet sich zu Aufbau, Inhalt und Gewicht dieser Schrift folgender Eintrag: „Die Verfassers haben bey dieser ganz gut gerathenen Anleitung zur Feldmeßkunst, die theoretische Geometrie, die Trigonometrie, die Kenntniß der benöthigten Werkzeuge und die Zeichnungen der Charten vorausgesetzt, und Tragen blos in 5 besondern Hauptabschnitten, die eigentliche praktische Feldmeßkunst vor. Die Ordnung des Vortrags ist gut gewählt und deutlich, die Aufgaben hinlänglich, so daß wir nicht zweifeln, daß derjenige welcher bereits die Theorie wohl inne hat, mit diesem Buche in der Hand, sich selbst zum praktischen Feldmesser bilden kann. W.w.“

Illustration: Die durchwegs sauber gestochenen und kontrastreich gedruckten Kupfer zeigen u.a. einen detaillierten „Plan von der Feldmarck Anckendorff vermessen im Jahr 1788“. Der tabellarische Teil beinhaltet ein zugehöriges „Vermessungsregister“ zu dieser Gemarkung.

Erhaltung: Tafel X fehlt, Tafel IX mit Beschnitt am Seitenrand; fliegender Vorsatz recto mit Namenseintrag („Rechfeldt“) und Zahlenkolonnen, beides mit Feder in schwarzer Tinte. Einbandrücken mit zeitgenössischen, farblich passendem Steinmarmorpapier fachkundig restauriert. Die ersten 8 Blätter mit schmalem Flüssigkeitsrand in grüner Farbe, wohl aufgrund schlampiger Schnittfärbung. Papier stellenweise gering wasser- und fingerfleckig, insgesamt solide erhalten.

Seltenheit: Das Werk ist von äußerster Seltenheit und im VD18 nicht vermerkt. Gemäß WorldCat und KVK sind weltweit lediglich 2 weitere Exemplar in institutionellen Beständen nachweisbar, wovon nur eines mit Tafeln (Potsdam [Zentrum f. Militärgeschichte], Berlin [Stadtmuseum]). Laut JAP/APO und Rarebookhub kam seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen im Jahr 1906 nur ein einziges Exemplar zur Auktion, und zwar 1985. Dieses beinhaltete ebenfalls nur 9 der 10 Tafeln.

Literatur: ADB 105, S. 151f.; Hamberger/Meusel, Bd. 7 (1798), S. 136 (Angabe der, ebenfalls ohne Nennung der Vornamen); Ignaz Rogg: Handbuch der mathematischen Literatur vom Anfange der Buchdruckerkunst bis zum Schlusse des Jahres 1830. Tübingen 1830, S. 412. Eine ausführliche Rezension findet sich in: Allgemeine Literatur-Zeitung vom Jahr 1789. 1. Bd. Jena, Leipzig und Wien: 1789, Sp. 532f.

Additional information

Weight 1 kg