Äußerst rare bulgarische Avantgarde-Zeitschrift mit Umschlägen von Ivan Milev

Ivan MILEV: ЕКЪ [Glockengeläut]. 1. Jg., Nr. 1-8 (Feb.- April 1924) [Alles]. Mit 5 Umschlagtiteln, davon 2 zweifarbig (mit rot bzw. gelb) nach Tuschzeichnungen von Ivan Milev. Sofia: 1924.

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Ivan MILEV, Gestalter: ЕКЪ [Glockengeläut]. Sedmichno ilyustrovano spisanie [Illustrierte Wochenzeitschrift (ab Nr. 2)]. Erscheint jede Woche. Redaktion: [Panteley Mateev] Karasimeonov. 1. Jg., Nr. 1-8 (14. Feb. - 12. April 1924) [Alles]. Mit 5 Umschlagtiteln, davon 2 zweifarbig (mit rot bzw. gelb), und mehreren kalligrafischen Rubrikentiteln nach Tuschzeichnungen von Ivan Milev. Sofia: Verlagsbuchhandlung „Perun“ 1924. 4°. 8 ungeheftete Broschuren aus dünnem Zeitungspapier.

Vollständiger Satz dieser zwischen Februar und April 1924 in nur 8 Nrn. (= Heften) erschienenen illustrierten, linksgerichteten Kunst- und Kulturzeitschrift modernistischer Prägung, herausgegeben vom Dichter, Publizisten und Filmkritiker Panteley Mateev Karasimeonov (1989-1957). »Ek« brachte literarische und essayistische Beiträge, sowie Kritiken zu gegenwärtigen Tendenzen und Ereignissen von Literatur, Kunst, Theater und vor allem Film, die teils aus der Feder von namhaften Vertretern des Modernismus stammen, u.a. von Svetoslav Minkov und Teodor Trayanov.

Außergewöhnlich ist das Periodikum insbesondere dank der abwechslungsreichen, im expressiven Spannungsfeld von Maschinenästhetik, Art Deco-Karikatur und dämonischem Expressionismus angesiedelten Umschlagzeichnungen mit Tusche von Ivan Milev, der wohl insgesamt für die typografische Gestaltung von »Ek« verantwortlich war, wie mehrere in vergleichbarem Stil gezeichnete Rubrikentitel (u.a. „Literatur“) vermuten lassen. Diese Arbeiten Milevs, neben Georges Papazov und Khristo der wohl bedeutendste bildende Künstler Bulgariens im 20 Jh., stellen im schmalen Oeuvre des früh Verstorbenen eine Besonderheit dar. Einerseits schafft es Milev einmal mehr mit wenigen Pinselstrichen und lediglich unter Verwendung von schwarzer Tusche der sprichwörtlich „dämonischen“, bulgarischen Variante des Expressionismus ein prägnantes Gesicht zu geben. Vergleichbare Zeichnungen entstanden 1922 für den Gedichtband »Arena« von Lamar, die Auswahl »Fantasien« von E. A. Poes Erzählungen (sh. Jacono 13), sowie für die Prosasammlungen »Die blaue Chrysanteme« des „Dämonisten“ Svetoslav Minkov und »Tod« von Minkovs Wegbegleiter Vladimir Polyanov (alle Titel in der Slg. H. & H. R.). Andererseits beinhalten die Zeichnungen für »Ek« aber auch für den düsteren Milev ungewöhnliche karikaturistische Nuancen. Die Originalzeichnungen für die Umschläge der Nrn. 1 und 2 von »Ek« wurden von Milev auch signiert.

Umschläge der Nrn. 3-7 mit Besitzervermerk, das fragile, teils stark holzhaltige Papier an den Rändern stellenweise mit sehr kleinen Fehlstellen und Einrissen; mehrere Hefte teils fingerfleckig und mit Faltspuren.

Von außerordentlicher Seltenheit, die Zeitschrift ist weder in der Bulgarischen Nationalbibliothek vorhanden, noch über OCLC, KVK und Google in irgendeinem institutionellem Bestand weltweit nachweisbar. - Bulgarische Periodika, Annot. Bibl. Verz., 1955; Milev 1994, S. 82, Nrn. 201, 202 u. 203 (Abb. der Umschl. d. Nrn. 2, 3 u. 4).